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Therapeutische Intervention

Gruppensetting

Hier entwickeln die Kinder die Fähigkeit, aktiv und eigenverantwortlich zu lernen und zu handeln. Selbsterfahrung und Eigenleistung stehen im Vordergrund.

Das Training findet i.d.R. in Kleingruppen von 2-5 Kindern statt. Dadurch ist die Trainingssituation der Schulsituation ähnlich, in der die Kinder auch keine Einzelbetreuung haben und den Lernstoff selbstständig anwenden müssen. Außerdem macht die Gruppensituation den meisten Kindern auch mehr Spaß. Was Spaß macht, bleibt immer stärker im Gedächtnis haften! (In Einzelfällen kann es dennoch sinnvoll und notwendig sein, das Training in der Einzelsituation zu beginnen.)

Basistraining

Hier steht zunächst die Schulung der sensomotorischen und kognitiven Koordinationsfähigkeit im Vordergrund. Dies schafft die Voraussetzung für bessere Aufmerksamkeit-, Ausdauer- und Konzentrationsleistungen und somit für ein leichteres Lernen. Hinzukommt die Stärkung der Ich-Entwicklung. Die Kinder bekommen einen Raum, in dem sie experimentieren können, Neugier entwickeln, eigene Stärken erkennen und dadurch Anstrengungsbereitschaft, Erfolg und Anerkennung erfahren.

  • Was bedeutet "sensomotorische Koordination"?

    Die Verknüpfung von Wahrnehmung und Motorik wird auch sensomotorische Koordination genannt. Es werden verschiedene Wahrnehmungssysteme unterschieden:

    • Das propriozeptive System gibt Informationen über die Haltung und Stellung der Gelenke im Raum sowie die Richtung und Geschwindigkeit von Gelenk- und Körperbewegungen.
    • Das vestibuläre System (Gleichgewichtssystem) verarbeitet Lage- und Haltungsveränderungen sowie Linear- und Drehbewegungen. Es überwacht damit den Austausch aller Sinneswahrnehmungen zwischen Gehirn und Körper in sämtlichen Richtungen.
    • Das taktil-kinästhetische System (Fühlen) nimmt Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz war. Damit erkennt es aktiv Oberflächen und Formen und spielt eine entscheidende Rolle für den Umgang mit anderen Menschen.
    • Das visuelle System (Sehen) sorgt für das "Festhalten eines Gegenstandes" mit den Augen (Blickfixation), die eigentliche Sehleistung der Augen, die Entfernungseinstellung (wichtig z.B. beim Abschreiben von der Tafel) und dem Zusammenarbeiten beider Augen.
    • Beim auditiven System (Hören) ist das Hörvermögen von der Hörverarbeitung zu unterscheiden. Unter Hörverarbeitung wird die Aufnahme, Weiterleitung, Bedeutungserfassung und der Vergleich mit bereits Erlebtem verstanden.

  • Was bedeutet "kognitive Koordination"?

    • Das Wort Kognition kommt aus dem Lateinischen und bedeutet zunächst einfach "erkennen", "erfahren", "kennenlernen". Meist wird die Umgestaltung einer Information und das "in Beziehung setzen" von verschiedenen Informationen gemeint. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen u.a. die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, das Erinnern, das Lernen, das Problemlösen, die Kreativität, das Planen und die Orientierung, sprich das Denken im umfassenden Sinne. Die kognitive Leistungsfähigkeit kann durch verschiedene Faktoren gestört werden. Dazu zählen unausgereifte Wahrnehmungsfähigkeiten, geringe Gedächtnisleistungen, "falsche" Erinnerungen, Abrufprobleme von gelerntem Wissen, mangelnde Motivation und Konzentration.
    • Im Lernfuxx werden gezielt verschiedene kognitive Leistungen miteinander koordiniert, um so z.B. zu einer besseren Orientierung von Reihenfolgen und Richtungen zu gelangen (Raum-Lage-Zeit-Beziehung). Dies ist für das Erkennen von Zusammenhängen wichtig. Damit ein Kind seine Aufmerksamkeit längere Zeit auf etwas richten kann (Konzentration) ist es wichtig, dass es eine Sache in den Vordergrund rücken kann und unwichtige Dingen in den Hintergrund gestellt werden (Figur-Grund-Wahrnehmung). Dazu benötigt es auch die Fähigkeit spezifische Eigenschaften zu erkennen, zu erinnern und so miteinander zu vergleichen (Formkonstanz).

Lerntraining

In diesem Bereich werden gezielt der Regelerwerb sowie die Lese- und Schreibfunktion geschult. Ein speziell entwickeltes Schreibtraining fördert den automatisierten Abruf und verbessert die Speicherfähigkeit des Gehirns.