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Schluckstörungen bei Kindern (Myofunktionelle Störung)

Schwächen/Störungen der Muskulatur im Gesichts- und Mundbereich (orofaciale Muskulatur) führen häufig zu einer fehlerhaften Bildung der Zischlaute und zu Zahnfehlstellungen. Beim Schlucken drücken die Kinder häufig gegen die Frontzähne, wodurch das Kieferwachstum beeinträchtigt wird. Eine unbehandelte myofunktionelle Störung verhindert eine effektive kieferorthopädische Behandlung.

Die logopädische Therapie unterstützt die Behandlung einer Artikulationsstörung und kann die kieferorthopädische Behandlung verkürzen.

Woran erkennt man eine myofunktionelle Störung?

  • Mundatmung
  • Geringe Kaubewegung beim Essen
  • Bevorzugung weicher Speisen
  • Zunge liegt in Ruhe an oder zwischen den Schneidezähnen
  • Schlaffe Mundmuskulatur
  • Fehlbildungen der Zischlaute (s, sch)

Welche möglichen Ursachen gibt es?

  • Frühgeburt
  • Unphysiologische Körperhaltung
  • Behinderte Nasenatmung
  • Daumenlutschen
  • Flaschenernährung
  • Zu langes Tragen eines Schnullers

Wie wird diese Schluckstörung bei Kindern behandelt?

Die Behandlung kann in Einzel- oder Gruppentherapie erfolgen. Die Einzelbehandlung erfolgt über 45 min., 1x/Woche, häufig in Zusammenarbeit mit der Kieferorthopädie.

In einer aktiven Übungsbehandlung wird die Zungenlage normalisiert, die muskulären Voraussetzungen für die Korrektur der Zahnfehlstellung erarbeitet und der physiologische Schluckablauf erlernt und automatisiert. Begleitend werden Übungen zur Körperhaltung und Tonusaufbau durchgeführt.

 

Da es sich um einen Aufbau von Muskulatur handelt, muss wie im Sport regelmäßig geübt werden. Dazu werden häusliche Übungen mitgegeben und die Eltern entsprechend angeleitet.