SYMUT steht für „systemische Mutismustherapie“.
Die Behandlung basiert auf einem systemischen Menschenbild: Wir Menschen leben in einer ständigen Wechselbeziehung mit unserer Umwelt. Aber auch innerhalb jeder Person gibt es diese Wechselbeziehungen. Es gibt demnach keine eindeutigen Ursache-Wirkungszusammenhänge, sondern nur zirkuläre Prozesse.
Auf den Mutismus bezogen sind das u.a. Beziehungs- und Kommunikationssysteme
Ebenso, wie Wechselbeziehungen zwischen organischen und psychologischen Merkmalen des Schweigenden selber bzw. Zusätzlichen Verhaltensauffälligkeiten.
Ziel der Therapie ist die Auflockerung bzw. Überwindung des Schweigens unter Einbeziehung des familiären und sozialen Umfeldes des Betroffenen. Gemeinsam werden Maßnahmen erarbeitet, damit das angebahnte Sprechen im therapeutischen Setting in den Alltag übertragen wird. Denn: über Erfolg oder Misserfolg einer Therapie entscheidet das Sprechen in der ehemals gefürchteten Alltagssituation!
Neben dem Aufbau einer therapeutischen Beziehung und der Frage, welche Bedeutung das Sprechen hat, geht es hier v.a. um das Anbahnen erster lautlicher Äußerungen. Begleitet wird diese Phase von intensiver Angehörigenberatung.
Das Sprechen wird bis auf Satzebene ausgeweitet. Begrüßung und Verabschiedung werden erarbeitet. Über einen therapeutischen Plan werden klare „Sprechziele“ formuliert und mit einem Wochenplan eingeübt. In dieser Phase finden auch Gespräche mit ErzieherInnen bzw. LehrerInnen statt.
Die sprachlichen Aktivitäten werden ausgeweitet. Geschichten werden vorgelesen und nacherzählt und somit das Gespräch geübt. Je nach Alter und Bedarf wird auch das Telefonieren geübt und das Erlernte gemeinsam im Alltag erprobt.
Nach Beendigung der Therapie (die Dauer variiert individuell) erfolgt eine erneute Vorstellung nach 3 und 9 Monaten. Neben einer Nachuntersuchung findet v.a. noch einmal Beratung zu aktuellen Fragestellungen statt.