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Sprachstörungen (Sprachentwicklungsstörung) bei Kindern

Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn ein Kind in seiner Sprache entweder über ein halbes Jahr verzögert ist (zeitliche Abweichung) oder die Sprache Auffälligkeiten zeigt, die in der normalen Entwicklung nicht vorkommen (strukturelle Abweichung). Die Kinder zeigen häufig in allen Bereichen, d.h. Artikulation, Wortschatz, Grammatik und Verstehen Auffälligkeiten. Dadurch ist die weitere Entwicklung, auch die Persönlichkeitsentwicklung erheblich gefährdet. 

V.a. die spätere Entwicklung der Schriftsprache wird entscheidend durch die Sprachentwicklung beeinflusst. Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörung hatten nicht selten im frühen Kindesalter Sprachentwicklungsstörungen. Eine frühzeitige logopädische Therapie trägt hier entscheidend zur Prävention bei.

Woran erkennt man eine Sprachentwicklungsstörung?

  • Aussprachestörungen (fehlerhafte Bildung von mehreren Lauten)
  • Zu geringer Wortschatz (passiv und aktiv)
  • Wortabrufprobleme
  • Fehlerhafte Satzbildung
  • Probleme bei der Beugung von Wörtern
  • Falsche Artikelwahl
  • Schwierigkeiten Erlebnisse so zu schildern, dass der andere sie nachvollziehen kann (Formulierungsdefizit)
  • Schwierigkeiten beim Rollenspiel
  • Ggf. Lese- und Rechtschreibstörung

Was sind Ursachen für eine kindliche Sprachstörung?

Ein Großteil kindlicher Sprachstörungen ist unklarer Ursache, d.h. es liegt kein organischer Befund vor. Zu den bekannten Risikofaktoren zählen:

  • Allgemeine Entwicklungsstörungen
  • Hörstörungen
  • Hirnreifestörungen
  • Verspäteter Sprechbeginn (weniger als 50 Wörter im Alter von zwei Jahren)
  • Behinderungen
  • Syndromerkrankungen
  • Hirntumore, Hirnoperationen

Wie wird die Sprachentwicklungsstörung behandelt?

Je nach Schwere der Störung sollte vor Beginn einer logopädischen Therapie eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik erfolgen. 

Auch die logopädische Behandlung beginnt mit einer Diagnostik, welche die Fähigkeiten und Defizite des Kindes ermittelt. Danach wird ein individueller Therapieplan erstellt, der es ermöglicht das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen, die Entwicklungsbedingungen zu verbessern und nach Möglichkeit Sekundärfolgen zu verhindern.

Die Eltern werden begleitend hinsichtlich Unterstützungsmöglichkeiten zuhause beraten und angeleitet. Da sie die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder sind, ist die Mitarbeit hinsichtlich des Therapieerfolges von entscheidender Bedeutung.

Die Behandlung erfolgt spielerisch über 45 min., nach Möglichkeit 2x/Woche. Je nach Bedarf erfolgt eine intensive Zusammenarbeit mit Kindergarten, Schule und anderen beteiligten Fachpersonen.