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Sprechstörungen bei Erwachsenen 

Wenn die Aussprache undeutlich und verwaschen ist, oder der Sprechablauf unflüssig, dann spricht man von einer Störung des Sprechens. Betroffene machen häufig die Erfahrung, dass sie nicht verstanden werden bzw. andere die Kommunikation als anstrengend empfinden. Nicht selten ziehen sie sich dann aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. 

Die logopädische Behandlung hilft dem Patienten, seine sprechmotorischen Fähigkeiten zu stabilisieren oder zu verbessern. Dadurch steigern sich die kommunikativen Kompetenzen und die Lebensqualität nimmt wieder zu.

Woran kann man Sprechstörungen erkennen?

Grundsätzlich unterscheidet man Störungen der Sprechmotorik von Störungen des Sprechablaufs. 

Störungen der Sprechmotorik:

  • Störung in der Ausführung von Sprechbewegungen aufgrund von Störungen im Gehirn (Dysarthrie/Dysarthrophonie): Die Menschen sprechen u.a. undeutlich, verwaschen, die Beweglichkeit der Sprechorgane ist eingeschränkt, die Sprachmelodie ist verändert
  • Störung in der Planung der Sprechmotorik (Sprechapraxie): Die Wörter zeigen häufige, sehr variable Fehlbildungen, es ist eine deutliche Sprechanstrengung zu beobachten, unwillkürliche Bewegungsmuster häufig noch intakt
  • Sprechstörungen infolge hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit (audiogen): Die Aussprache ist undeutlich, die Lautstärke kann nicht mehr gut angepasst werden, der Stimmklang ist verändert.

Störungen im Sprechablauf (Redeflussstörungen)

  • Stottern: unfreiwillige Wiederholung von Teilwörtern, Silben oder Lauten, Dehnungen von Lauten und/oder Blockierungen von Wörtern; begleitend verschiedene Strategien, um das Symptom zu überwinden; z.T. starkes Störungsbewusstsein
  • Poltern: undeutliche Aussprache in Folge eines Missverhältnisses der motorischen Fähigkeiten zum Sprechtempo, Sprechtempo eher hoch mit sog. „Tempospurts“, lautliche Entstellung der Wörter durch u.a. Auslassung von unbetonten Silben

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. V.a. bei den Redeflussstörungen sind die Ursachen letztlich noch nicht endgültig geklärt.

Ursachen für Störungen der Sprechmotorik können sein:

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Entzündliche Prozesse im Gehirn
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose (MS)

Ursachen für Störungen des Redeflusses können sein:

  • Genetische Ursache
  • Multifaktorielle Ursachen
  • Neurologische Ursachen
  • Audiogene Ursachen

Wie werden Sprechstörungen behandelt?

Die logopädische Behandlung ist so vielfältig wie die Störungen. Da es sehr unterschiedliche Arten und Erscheinungsformen von Sprechstörungen gibt, ist die Behandlung stets individuell und spezifisch auf den Patienten zugeschnitten. Dabei wird u.a. an der Wahrnehmung von Bewegungsmustern, der Artikulation, dem Sprechablauf, der Krankheitsverarbeitung und dem Transfer in den Alltag gearbeitet.

Die Behandlung erfolgt in der Regel über 45 min. (evtl. können auch 30 oder 60 min. Sinnvoll sein). Die Häufigkeit pro Woche ist abhängig von der Art der Erkrankung und kann 1-5x/Woche betragen.