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Stimmstörungen (Dysphonie) bei Erwachsenen 

Wenn die Stimme über einen längeren Zeitraum (mehr als 4 Wochen) konstant heiser, kratzig, gepresst oder rau klingt, wenn das Sprechen oder Singen anstrengend ist, wenn der Hals sich trocken anfühlt oder die Stimme ihre Kraft verloren hat – dann handelt es sich häufig um eine Störung der Stimme.

Die menschliche Stimme ist das persönlichste und ausdrucksstärkste Mittel, das uns beim täglichen Miteinander-Reden zur Verfügung steht. Steht sie uns nur noch eingeschränkt zur Verfügung, kann dies als große Einschränkung erlebt werden. 

In der logopädischen Therapie haben Sie die Möglichkeit ihr persönlichstes Ausdrucksmittel besser kennen zu lernen. Sie lernen einen lockeren Gebrauch der Stimme, so dass die Stimme wieder belastbarer wird und das Sprechen und/oder Singen wieder Freude bereitet.

Woran erkennt man eine Stimmstörung? 

  • Die Stimme klingt rau, gepresst, heiser, verhaucht
  • Die Stimme ermüdet schnell
  • Sprechen oder Singen ist anstrengend
  • Missempfindungen im Hals (Trockenheit, Kloßgefühl…)
  • Vermehrter Räusperzwang
  • Atemprobleme (erhöhter Luftverbrauch beim Sprechen, hörbare Einatmung) 

Welche Ursachen gibt es?

Stimmstörungen können grundsätzlich organische oder funktionelle Ursachen haben. 

Zu den organischen Ursachen zählen:

  • Kehlkopfentzündungen
  • Stimmlippenknötchen
  • Stimmlippenlähmungen (z.B. nach OP) 
  • Tumore (bei ausgedehnten Tumoren muss der Kehlkopf entfernt werden: Laryngektomie)
  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (Rhinophonie)

Zu den funktionellen Ursachen zählen:

  • Verspannungen in Hals- und Schulterbereich 
  • Überlastung durch fehlerhaften Stimmgebrauch 
  • Psychische Belastungen 
  • funktionelles Näseln (Rhinophonie)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich sollte jede Stimmstörung phoniatrisch bzw. HNO-ärztlich abgeklärt werden. Der Arzt entscheidet dann über die weitere Behandlung. Die Möglichkeiten sind je nach Ursache vielfältig (medikamentöse, chirurgische, psychotherapeutische und logopädische Behandlung)

Die logopädische Therapie erfolgt über jeweils 45 min. nach Möglichkeit 2x/Woche. Die Gesamtmenge hängt vom Schweregrad der Stimmstörung ab. 

Inhalte der Therapie sind:

  • Abbau von Fehlhaltungen und Verspannungen
  • Erarbeitung einer adäquaten Atemtechnik 
  • Abbau stimmlicher Fehlkompensationen und Erarbeitung einer lockeren, stimmlich belastbaren Stimme
  • Verbesserung der Resonanzfähigkeit 
  • Übertragung der erreichten Stimmfähigkeiten in den Alltag