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Stimmstörungen bei Kindern (juvenile Dysphonie)

Kinder drücken sich neben ihrem Verhalten v.a. auch mit ihrer Stimme aus. Freude, Trauer, Stolz, Unsicherheit… zeigt sich besonders auch in der Stimme. Nicht immer ist die Kinderstimme dabei allen Anforderungen gewachsen. 

Sobald die Stimme über Wochen heiser, rau oder gepresst klingt, kann es sich daher um eine Stimmstörung handeln. Spätestens, wenn die Kinder über Schmerzen beim Sprechen klagen, sollte eine ärztliche Abklärung und ggf. eine logopädische Behandlung erfolgen.

Woran erkennt man eine kindliche Stimmstörung?

  • Stimme klingt heiser, rau, verhaucht oder gepresst
  • Stimme bleibt nach intensivem Gebrauch weg
  • Schnelle Stimmermüdung
  • Stimme klingt zu hoch oder zu tief

Was sind mögliche Ursachen für juvenile Dysphonie?

  • Entwicklungsfaktoren (lange Schreiphasen im Säuglingsalter, motorische Entwicklungsauffälligkeiten, erhöhte Infektanfälligkeit)
  • Psychosoziale Faktoren (Persönlichkeit/Selbstkonzept, familiäre Faktoren, soziales Umfeld)
  • Situative Faktoren (Stimmgebrauch)
  • Organische Faktoren (Missbildungen am Kehlkopf, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten)
  • Hormonelle Faktoren

Wie werden Stimmstörungen bei Kindern behandelt?

Am Anfang einer Behandlung sollte eine gründliche Untersuchung der organischen Gegebenheiten beim Phoniater erfolgen. Erst nach Ausschluss bzw. Therapie einer organischen Störung ist es sinnvoll eine logopädische Behandlung einzuleiten. Diese findet über 45 min. meist 1x/Woche statt.

Da sehr viele Faktoren die Stimme beeinflussen, steht auch in der logopädischen Therapie die Diagnostik an erster Stelle. Ziel ist es ein individuelles Verursachungsmodell heraus zu arbeiten, das die Grundlage für die Therapieplanung bildet.

Inhalte der Therapie:

  • Übungen zur Verbesserung von Körpertonus und Haltung
  • Stimmtherapeutische Übungen (Atmung, Stimmgebung/Resonanz, Artikulation)
  • Förderung kommunikativer Fähigkeiten
  • Arbeit am Selbstbewusstsein (Verbesserung von Wahrnehmung/Empfindung, Selbstbild)
  • Familiengespräche (unterstützende und hemmende Faktoren)